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Wenn der Bürgermeister-Kandidat in spe keine Mehrheit hat

Sozialdemokrat Michael Jäcke, Bürgermeister-Kandidat in spe, unterlag überraschend bei einer wichtigen Abstimmung. Screenshot: Amtage Medientext

Sozialdemokrat Michael Jäcke, Bürgermeister-Kandidat in spe, unterlag überraschend bei einer wichtigen Abstimmung. Screenshot: Amtage Medientext

Die öffentlichen Meinungsmacher schweigen und der aufmerksame Beobachter wundert sich. Warum, fragt man sich, dringen bestimmte politische Ereignisse nicht in die Öffentlichkeit. Zum Beispiel, wenn der auserkorene Spitzenkandidat der SPD für die Bürgermeisterwahl im Jahr 2015 in einem wichtigen Mindener Ausschuss im entscheidenden Moment die Mehrheit fehlt.

Es begab sich bereits im Juli im Haupt- und Finanzausschuss. Da wollte der Mindener Ratsherr und angekündigte Spitzenkandidat der Mindener Sozialdemokraten für das Bürgermeisteramt, Michael Jäcke, stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums werden, das eine zentrale Bedeutung in der Mindener Politik hat. Die Bündnisse waren geschmiedet, glaubte man jedenfalls innerhalb der SPD, als das Drama begann.

Statt der Name “Jäcke” standen plötzlich die Bündnisgrüne Bettina Fuhg und der Christdemokrat Joachim Hucke als Kandidaten für die Stellvertretung des noch ein Jahr amtierenden Bürgermeisters Michael Buhre im Raum. Die Christdemokraten um ihren Fraktionsvorsitzenden Ulrich Stadtmann und die immer wieder koalitionsabtrünnigen Grünen (zumindest, was die Zusammenarbeit mit der SPD angeht) hatten den Coups eingefädelt. Zur Stange bei dem Jäcke-Plan hielt nur noch die stellvertretende Fraktionssprecherin der Mindener Initiative (MI), Edith von Wrisberg. Die fühlte sich wohl zu ihrem Wort verpflichtet, das in den vorherigen interfraktionellen Gesprächen so viel wie “Zustimmung für die Wahl von Michael Jäcke” bedeutete.

Doch das nutzte wenig. Acht zu sechs Stimmen für Fuhg und Hucke als stellvertretende Vorsitzende im Haupt- und Finanzausschuss ging die Abstimmung aus. Ein Debakel für die Sozialdemokraten, die doch so überraschend mächtig aus der Kommunalwahl im Mai herausgegangen waren. Klammheimliche Freude soll sich unter Christdemokraten und Bündnisgrünen breit gemacht haben. Und schon wird darüber spekuliert, ob dieses ungewöhnliche Bündnis noch einen weiteren Coups landen könnte: einen gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Minden 2015. Angeblich gibt es darüber erste Gespräche bei Schwarz-Grün …

Aber auch noch ein ganz anderer freut sich angeblich über das SPD-Debakel: die Liberale Fraktion aus FDP, Bürger-Bündnis Minden und Piraten. Nur, an die Öffentlichkeit ist das Ganze aus irgendeinem Grund bislang nicht gedrungen …

Autor: Hans-Jürgen Amtage

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Autor: Hans-Jürgen Amtage

Der Journalist Hans-Jürgen Amtage, Jahrgang 1958, ist Geschäftsführender Redakteur des Pressebüros Hans-Jürgen Amtage | Amtage Medientext in Minden. Nach dem Studium der Sozialwisssenschaften und Publizistik in Göttingen war er unter anderem für eine Yellow-Press-Agentur und als Leiter des Regionalstudios Hannover des Privatsenders RTL und Korrespondent im niedersächsischen Landtag tätig. Außerdem wirkte er als stellvertretender Chefredakteur und Ressortleiter einer führenden lokalen Tageszeitung und Wochenzeitung. Hans-Jürgen Amtage arbeitet als Kommunikationsberater und ist in den Neuen Medien unterwegs. In diesem Blog kommentiert er aktuelle (Mindener) Themen.

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